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Einspruch von Kerim Engizek endgültig abgelehnt

Autor/in: Julia Reiner

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Geändert am:

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Lesezeit: 6 min

Im Nachgang des Titelkampfes zwischen Kerim Engizek und Krzysztof Jotko sorgte insbesondere eine umstrittene Szene für intensive Diskussionen innerhalb der MMA-Community. Engizek legte nach seiner Niederlage offiziell Einspruch gegen das Kampfergebnis ein. Sein Vorwurf: Ein als Tiefschlag gewerteter Kniestoß sei seiner Ansicht nach regelkonform gewesen und habe den weiteren Kampfverlauf entscheidend beeinflusst.

Nun liegt die Entscheidung der German Mixed Martial Arts Federation (GEMMAF) vor – und sie fällt eindeutig aus. Das technische Komitee weist den Einspruch einstimmig zurück. Damit bleibt das ursprüngliche Urteil bestehen: Krzysztof Jotko gewinnt den Kampf per Unanimous Decision (48:46) und wird offiziell als OKTAGON-Mittelgewichtschampion bestätigt.

Einstimmige Entscheidung des technischen Komitees

Nach einer mündlichen Beratung am 14. Juli 2026 entschied das technische Komitee der GEMMAF mit fünf Stimmen bei keiner Gegenstimme, den Einspruch abzulehnen. Die ursprüngliche Wertung des Kampfes wird somit nicht geändert.


Mit dieser Entscheidung endet gleichzeitig die Unsicherheit rund um den Titelstatus. Während der Einspruch noch geprüft wurde, bestand theoretisch die Möglichkeit, das Kampfergebnis nachträglich zu ändern oder den Kampf beispielsweise als "No Contest" zu werten. Da dies nicht geschah, gilt Jotko nun offiziell als neuer Champion der Mittelgewichtsklasse.

So kam das Punkturteil zustande

Alle drei Punktrichter bewerteten den Kampf identisch und kamen auf ein Endergebnis von 48:46 zugunsten von Jotko. Dabei wurde jede Runde nach dem bekannten 10-Point-Must-System bewertet. Jotko gewann nach Auffassung sämtlicher Punktrichter die erste, zweite und fünfte Runde. Besonders interessant war die dritte Runde: Diese wurde sportlich zunächst zugunsten von Engizek gewertet. Aufgrund eines Punktabzugs wegen mehrerer Regelverstöße – darunter das Greifen in den Käfig – wurde daraus jedoch letztlich eine ausgeglichene 9:9-Runde. Die vierte Runde ging wiederum an Engizek. Insgesamt ergab sich daraus das einstimmige Endergebnis von 48:46.

Warum der Kniestoß weiterhin als Tiefschlag gewertet wird

Im Mittelpunkt des Einspruchs stand die Frage, ob der entscheidende Kniestoß tatsächlich den erlaubten Körperbereich oder die verbotene Leistengegend traf.


Zur Erläuterung veröffentlichte die GEMMAF zusätzlich eine grafische Darstellung der offiziellen Trefferzone. Diese macht deutlich, dass die erlaubte Körperfläche nicht einfach am Bauchnabel endet oder beginnt. Maßgeblich ist vielmehr die klar definierte Leistenzone ("below the belt"), die sich anatomisch im Bereich unterhalb des Hosenbundes befindet.


Nach Auswertung sämtlicher Videoaufnahmen, weiterer offizieller Bildquellen sowie der Anhörung des eingesetzten Ringrichters kam das technische Komitee zu dem Schluss, dass der Kniestoß mit ausreichender Sicherheit die nicht erlaubte Leistengegend traf und somit als illegale Technik zu bewerten ist.

Die Begründung der Einspruchskommission

Besonders bemerkenswert ist die juristische Argumentation der Kommission. Sie hält ausdrücklich fest, dass die vorhandenen Videoaufnahmen den exakten Aufprallpunkt zwar nicht zweifelsfrei belegen. Für eine Entscheidung sei jedoch keine absolute Gewissheit erforderlich. Es genüge vielmehr eine Überzeugung, die vernünftige Zweifel überwiegend ausschließt.


Zur Begründung führt die Kommission mehrere Indizien an:


  • Das Verrutschen von Shorts und Tiefschutz unmittelbar nach dem Treffer.
  • Die rückwärtige Bewegung des Beckens.
  • Der sofortige Griff in den Genitalbereich.
  • Der unmittelbar hörbare Schmerzenschrei des Kämpfers.

In der Gesamtschau wertete die Kommission diese Faktoren als ausreichenden Nachweis dafür, dass der Kniestoß die verbotene Leistengegend traf.

Auch das Verhalten nach der Unterbrechung spielte eine Rolle

Ein weiterer Aspekt der Entscheidung betrifft die Dauer der medizinischen Auszeit.


Laut Kommission nutzte Jotko lediglich etwa ein Fünftel der ihm zur Verfügung stehenden Erholungszeit. Wäre der Treffer tatsächlich lediglich ein regulärer Körpertreffer gewesen und hätte eine Verletzung nur vorgetäuscht werden sollen, hätte aus Sicht der Kommission eher eine längere Regenerationsphase zu erwarten gewesen. Auch dieses Verhalten floss in die Gesamtbewertung mit ein.

Entscheidung ist endgültig

Mit der Veröffentlichung des Urteils endet das Einspruchsverfahren endgültig. Die GEMMAF stellt ausdrücklich klar, dass die Entscheidung bindend ist und nicht mehr angefochten werden kann.


Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung lagen zudem keine offiziellen Stellungnahmen von Engizek oder seinem Team zur Entscheidung vor.

Wie geht es für Kerim Engizek weiter?

Sportlich bringt die Entscheidung erhebliche Konsequenzen mit sich.


Nach Angaben aus dem Video standen für Engizek bereits größere Pläne rund um das OKTAGON-Event in Frankfurt im Raum. Neben einem möglichen Kampf soll auch eine Dokumentation geplant gewesen sein. OKTAGON-Mitgründer Ondřej Novotný erklärte demnach, dass Engizek dadurch Einnahmen in Höhe von über 100.000 Euro entgehen könnten.


Darüber hinaus wird darauf hingewiesen, dass Engizek in den vergangenen Jahren zu den besonders aktiven Kämpfern gehörte. Daher erscheint die Annahme, eine mehrmonatige Sperre hätte sportlich kaum Auswirkungen, als wenig überzeugend.

Kommt es zum dritten Duell?

Ob die Rivalität zwischen Engizek und Jotko in einem dritten Kampf fortgesetzt wird, bleibt derzeit offen.


Letztlich dürfte diese Entscheidung bei OKTAGON selbst liegen und auch von der Bereitschaft beider Athleten abhängen. Fest steht jedoch: Die sportliche Auseinandersetzung zählt bereits jetzt zu den meistdiskutierten Titelkämpfen der jüngeren OKTAGON-Geschichte.

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Warum wurde der Einspruch von Kerim Engizek abgelehnt?

Das technische Komitee der German Mixed Martial Arts Federation (GEMMAF) kam nach Prüfung der Videoaufnahmen, weiterer Bildquellen sowie der Anhörung des Ringrichters einstimmig zu dem Schluss, dass der Kniestoß die verbotene Leistengegend traf. Aus diesem Grund wurde der Einspruch mit 5:0 Stimmen abgelehnt.

Bleibt Krzysztof Jotko nach der Entscheidung offiziell Champion?

Ja. Mit der Ablehnung des Einspruchs bleibt das ursprüngliche Kampfergebnis bestehen. Krzysztof Jotko gewinnt den Kampf offiziell per Unanimous Decision (48:46) und ist damit der bestätigte OKTAGON-Mittelgewichtschampion.

Warum spielte der umstrittene Kniestoß eine so große Rolle?

Der Kniestoß führte zu einer Kampfunterbrechung und war der zentrale Punkt des Einspruchs. Die GEMMAF bewertete den Treffer nach eingehender Prüfung weiterhin als regelwidrigen Tiefschlag und bestätigte damit die Entscheidung des Ringrichters.

Kann Kerim Engizek gegen diese Entscheidung noch vorgehen?

Nein. Laut der veröffentlichten Entscheidung der GEMMAF ist das Urteil bindend und kann nicht weiter angefochten werden. Damit ist das Einspruchsverfahren endgültig abgeschlossen.

Wird es einen dritten Kampf zwischen Kerim Engizek und Krzysztof Jotko geben?

Derzeit gibt es keine offizielle Bestätigung für ein weiteres Duell. Ob es zu einem dritten Aufeinandertreffen kommt, hängt von den Entscheidungen der Organisation OKTAGON sowie von den weiteren sportlichen Planungen der beiden Athleten ab.

Fazit

Mit der Entscheidung der GEMMAF ist das Kapitel rund um den Einspruch von Kerim Engizek offiziell abgeschlossen. Das technische Komitee kam nach Prüfung sämtlicher Videoaufnahmen, der offiziellen Bildquellen sowie der Anhörung des Ringrichters einstimmig zu dem Schluss, dass die ursprüngliche Kampfwertung bestehen bleibt. Krzysztof Jotko wird damit endgültig als neuer OKTAGON-Mittelgewichtschampion bestätigt.


Auch wenn die Entscheidung innerhalb der MMA-Community weiterhin kontrovers diskutiert werden dürfte, schafft das Urteil nun sportliche und rechtliche Klarheit. Für Engizek bedeutet dies nicht nur den endgültigen Verlust des Titels, sondern möglicherweise auch erhebliche sportliche und wirtschaftliche Konsequenzen. Ob es künftig zu einem dritten Aufeinandertreffen der beiden Athleten kommt, bleibt abzuwarten. Fest steht jedoch: Diese Rivalität dürfte die Fans auch in Zukunft weiter beschäftigen.

Ausgewählte Quellen

Phantom Athletics MMA-Ausrüstung

Julia Reiner ist externe Marketingberaterin und Autorin bei Phantom Athletics. Mit ihrem BSc (WU) in Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (BWL), ihrem Diplom im Bereich Krafttraining & Ernährung sowie ihrer Erfahrung im Kampfsport verbindet sie fundiertes Fachwissen mit praktischer Erfahrung und teilt praxisnahe Tipps zu Fitness, Sport und Ernährung.

Zur Autorin dieses Artikels

Julia Reiner ist externe Marketingberaterin und Autorin bei Phantom Athletics. Mit ihrem BSc (WU) in Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (BWL), ihrem Diplom im Bereich Krafttraining & Ernährung sowie ihrer Erfahrung im Kampfsport verbindet sie fundiertes Fachwissen mit praktischer Erfahrung und teilt praxisnahe Tipps zu Fitness, Sport und Ernährung.

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Hast du Fragen zu diesem Thema?

Die Entscheidung im Einspruchsverfahren von Kerim Engizek hat in der MMA-Szene für zahlreiche Diskussionen gesorgt. Während viele Fans nach dem umstrittenen Titelkampf auf eine Änderung des Ergebnisses hofften, bestätigte die German Mixed Martial Arts Federation (GEMMAF) nach eingehender Prüfung das ursprüngliche Urteil einstimmig. Damit bleibt der Sieg von Krzysztof Jotko bestehen und der Titelwechsel ist offiziell abgeschlossen.


Was diesen Fall besonders interessant macht, ist die ausführliche Begründung der Einspruchskommission. Das technische Komitee stützte seine Entscheidung nicht allein auf die verfügbaren Videoaufnahmen, sondern bezog zusätzlich weitere Bildquellen sowie die Aussage des eingesetzten Ringrichters mit ein. Obwohl der exakte Treffpunkt des umstrittenen Kniestoßes laut Urteil nicht zweifelsfrei erkennbar war, sah die Kommission genügend Indizien, um den Treffer weiterhin als regelwidrigen Tiefschlag zu bewerten. Damit wurde der Einspruch einstimmig abgewiesen und das ursprüngliche Kampfergebnis bestätigt.


Letztlich sorgt die Entscheidung zwar für rechtliche und sportliche Klarheit, dürfte innerhalb der Kampfsport-Community jedoch weiterhin kontrovers diskutiert werden. Für Kerim Engizek bedeutet das Urteil den endgültigen Verlust des Mittelgewichtstitels sowie möglicherweise weitere sportliche und wirtschaftliche Konsequenzen. Gleichzeitig zeigt der Fall, wie umfangreich und sorgfältig Einspruchsverfahren im professionellen MMA geprüft werden und welche Bedeutung klare Regelwerke und nachvollziehbare Entscheidungsprozesse für die Integrität des Sports besitzen.

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