Mit beeindruckender Disziplin, außergewöhnlicher Konstanz und einer klaren Vision gehört Kincso Olah zu den vielversprechendsten Kampfsportlerinnen Österreichs. Die gebürtige Ungarin, die seit Kurzem die österreichische Staatsbürgerschaft besitzt, fand bereits 2010 ihre erste Berührung mit dem Muay Thai. Was ursprünglich als Empfehlung ihrer Eltern begann, damit sie sich im Ernstfall selbst verteidigen kann, entwickelte sich schon wenige Jahre später zu einer echten Leidenschaft. Seit 2017 trainiert sie konsequent und zielstrebig im Muay Thai, bevor sie ihr Können ab 2023 zusätzlich im K1-Kickboxen unter Beweis stellte.
Unter ihrem Kampfnamen „Iron Orchid“ vereint sie Eigenschaften, die auf den ersten Blick gegensätzlich erscheinen: Eleganz und Härte, Ruhe und Entschlossenheit. Mit einer Körpergröße von 157 Zentimetern startet sie je nach Wettkampf in den Gewichtsklassen bis 48, 51 oder 54 Kilogramm und kämpft erfolgreich für renommierte Organisationen wie IFMA (International Federation of Muaythai Associations), WAKO (World Association of Kickboxing Organizations), RWS (Rajadamnern World Series) und MTFL (Muay Thai For Life).
Ihre größten Stärken sieht sie selbst in ihrer außergewöhnlichen Ausdauer, ihrer Schnelligkeit und vor allem in ihrer Konstanz. Genau diese Fähigkeit, unabhängig von den Umständen zuverlässig Leistung abzurufen, zieht sich wie ein roter Faden durch ihre sportliche Laufbahn. Gleichzeitig bleibt sie trotz ihrer Erfolge selbstkritisch. An ihrer Explosivität möchte sie ebenso weiterarbeiten wie an ihrer Fähigkeit, spontaner auf unerwartete Situationen zu reagieren. Auch das übermäßige Nachdenken betrachtet sie als Herausforderung, denn sie möchte künftig noch häufiger auf ihre Intuition vertrauen.
Die Erfolgsliste von Kincso Olah liest sich bereits jetzt beeindruckend. 2022 sicherte sie sich den IFMA-Jugendweltmeistertitel im Muay Thai. Bereits ein Jahr später folgte der WAKO-Jugendeuropameistertitel im Kickboxen. 2024 gewann sie gleich drei WAKO K1 World Cups in der Eliteklasse und setzte ihre Entwicklung eindrucksvoll fort. Den bisherigen Höhepunkt ihrer Karriere erreichte sie schließlich 2025 mit der Teilnahme an den renommierten Rajadamnern World Series (RWS) in Thailand sowie dem Gewinn des WAKO-Weltmeistertitels in der Eliteklasse. Damit gelang ihr das Kunststück, sowohl im Muay Thai als auch im Kickboxen den Weltmeistertitel bei den jeweils größten Amateurverbänden zu gewinnen.
Besonders prägend waren für sie zwei Kämpfe, die ihr bis heute in Erinnerung geblieben sind. Bei den IFMA-Weltmeisterschaften 2024 traf sie auf die Marokkanerin Kaltoum Akhlouf, deren enorme Ausdauer und außergewöhnliche körperliche Stärke sie nachhaltig beeindruckten. Ebenso fordernd war ihr Kampf bei den Rajadamnern World Series gegen Duangdawnoi. Vor allem deren Fight IQ, ihre Präzision und ihr unerschütterliches Selbstvertrauen machten diese Begegnung zu einer wertvollen Erfahrung auf höchstem internationalen Niveau.
Mit den größten Erfolgen im Amateurbereich im Rücken richtet sich ihr Blick nun konsequent nach vorne. Nachdem sie sowohl im Muay Thai als auch im K1-Kickboxen Weltmeistertitel gewinnen konnte, verfolgt sie nun das klare Ziel, sich auch im professionellen Kampfsport dauerhaft in der internationalen Spitze zu etablieren.
An Einsteiger gibt sie drei Ratschläge weiter, die ihre eigene Entwicklung widerspiegeln. Geduld sei einer der wichtigsten Faktoren im Kampfsport, denn Fortschritt entstehe nicht über Nacht. Ebenso empfiehlt sie, offen für neue Erfahrungen zu bleiben und die eigene Komfortzone immer wieder bewusst zu verlassen. Entscheidend sei außerdem ein Umfeld, in dem man sich wohlfühlt, ernst genommen wird und sich langfristig entwickeln kann.