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Paddy Pimblett und seine Gewichtsachterbahn

Autor/in: Julia Reiner

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Geändert am:

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Lesezeit: 8 min

UFC-Fighter Paddy Pimblett nach einem Kampf in der UFC mit einem Stück Pizza
Quelle: theufcbaddy. https://www.instagram.com/p/DbrvdUoxZK0/

Paddy Pimblett gehört zu den auffälligsten Persönlichkeiten der Ultimate Fighting Championship (UFC) – nicht nur wegen seines Kampfstils, seiner Interviews oder seiner enormen Popularität. Kaum ein anderer Lightweight-Fighter sorgt regelmäßig für derart viel Aufmerksamkeit durch seine körperliche Veränderung zwischen zwei Kämpfen. Während Pimblett für seine UFC-Kämpfe rund 155 Pfund beziehungsweise 70 Kilogramm auf die Waage bringt, steigt sein Gewicht außerhalb des Fight Camps teilweise drastisch an. In der Vergangenheit sprach der Liverpooler selbst von Werten um 205 Pfund – rund 93 Kilogramm. Damit bewegte er sich zeitweise rund 23 Kilogramm über seinem offiziellen Kampfgewicht.

Wie kann ein professioneller MMA-Kämpfer innerhalb weniger Monate derart große Gewichtsunterschiede durchlaufen – und warum entscheidet sich Pimblett immer wieder bewusst dafür?

Von 155 auf über 200 Pfund

Pimblett tritt in der UFC im Lightweight an. Das Gewichtslimit für reguläre Titelkämpfe liegt bei 155 Pfund (70,3 Kilogramm). Dass dieses Gewicht jedoch keineswegs seinem normalen Alltagsgewicht entspricht, ist offensichtlich.


Besonders eindrucksvoll wurde dies bereits 2022. Rund zwei Monate vor seinem Kampf gegen Jordan Leavitt wog Pimblett nach eigenen Angaben 205 Pfund. Gegenüber BBC Sport erklärte er damals, dass ihm beim Blick auf die Waage selbst bewusst geworden sei, dass er etwas ändern müsse.


Auch in späteren Jahren blieb das Muster bestehen. Vor seinem Kampf gegen Michael Chandler im April 2025 musste Pimblett innerhalb eines vergleichsweise kurzen Camps etwa 40 Pfund reduzieren. Vor dem Kampf gegen Justin Gaethje Anfang 2026 startete er sein Camp laut eigener Aussage bei rund 88 Kilogramm beziehungsweise 194 Pfund. Seine Gewichtsschwankungen sind damit längst zu einem festen Bestandteil seiner öffentlichen Wahrnehmung geworden.

Essen als bewusster Gegenpol zum Fight Camp

Der Grund für die enorme Gewichtszunahme ist kein Geheimnis: Pimblett liebt Essen – und spricht bemerkenswert offen darüber.


Seine Ernährung außerhalb eines Fight Camps unterscheidet sich deutlich von jener während der professionellen Kampfvorbereitung. Nach Kämpfen gönnt er sich bewusst Phasen, in denen Kalorien, Körpergewicht und sportliche Ästhetik für ihn eine untergeordnete Rolle spielen. Dahinter steckt auch eine bestimmte Mentalität. Pimblett beschrieb sich selbst gegenüber der BBC als jemanden, der kaum einen Mittelweg kenne. Egal ob Training, Essen oder andere Bereiche seines Lebens: Er neige dazu, Dinge vollständig auszuleben.


Genau darin liegt ein Teil seiner Faszination. Der professionelle Fighter, der innerhalb des Camps enorme Disziplin demonstriert, erlaubt sich außerhalb davon bewusst das Gegenteil.


Die Off-Season wird für Pimblett damit zu einer Art mentalem Kontrastprogramm: Während der Vorbereitung bestimmen Trainingspläne, Ernährung, Kalorien und Gewicht den Alltag. Danach möchte er essen und leben, ohne permanent die nächste Zahl auf der Waage im Kopf zu haben.

Zwischen Genuss und problematischem Essverhalten

Pimbletts Umgang mit Essen wurde allerdings nicht immer nur humorvoll thematisiert. In der Vergangenheit äußerte er selbst die Vermutung, ein problematisches Verhältnis zum Essen entwickelt zu haben. Berichte über einzelne Tage mit extrem hoher Kalorienaufnahme und seine massiven Gewichtsschwankungen sorgten entsprechend für Diskussionen.


Gerade im MMA entsteht dabei ein grundsätzliches Spannungsfeld: Kämpfer müssen für einen bestimmten Zeitpunkt ein Gewicht erreichen, das häufig deutlich unter ihrem normalen Trainings- oder Alltagsgewicht liegt. Nach dem Wiegen folgt die Rehydrierung, nach dem Kampf wiederum verschwindet der unmittelbare Zwang, dieses niedrige Gewicht zu halten.


Bei Pimblett scheint dieser Kontrast besonders stark ausgeprägt zu sein.

Kritik: Wie lange kann das funktionieren?

Innerhalb der MMA-Szene wird Pimbletts Vorgehensweise seit Jahren kontrovers diskutiert. 


Der ehemalige UFC-Champion T.J. Dillashaw kritisierte bereits 2022 die starken Schwankungen und bezeichnete einen solchen Lebensstil sinngemäß als problematisch für den Körper und die langfristige sportliche Entwicklung. Pimblett reagierte darauf gewohnt selbstbewusst: Solange er sein Gewicht erreiche und seine Leistung bringe, wolle er sein Leben außerhalb der Fight Camps nach seinen eigenen Vorstellungen gestalten.


Die Kritik ist dennoch nachvollziehbar. Je weiter ein Athlet außerhalb des Camps von seinem Zielgewicht entfernt ist, desto größer wird der Aufwand, dieses innerhalb weniger Wochen wieder zu erreichen. Gerade bei kurzfristig angesetzten Kämpfen kann dies zum Problem werden.


Hinzu kommt, dass der finale Weight Cut nicht ausschließlich aus klassischem Fettverlust besteht. In den letzten Tagen vor dem Wiegen reduzieren MMA-Athleten insbesondere Körperwasser, um das vorgeschriebene Limit kurzfristig zu erreichen. Je aggressiver ein solcher Prozess ausfällt, desto entscheidender werden professionelle Planung, Flüssigkeitsmanagement und anschließende Rehydrierung.

Und trotzdem: Pimblett macht sein Gewicht

Bei aller Kritik gibt es einen entscheidenden Punkt: Paddy Pimblett hat das UFC-Lightweight-Limit bislang zuverlässig erreicht.


Auch 2026 verteidigte er seine Vorgehensweise erneut öffentlich. Nach seinem jüngsten Fight Camp bezeichnete er sich scherzhaft sogar als „the GOAT of weight cutting“. Als entscheidende Faktoren nannte er vor allem Disziplin und mentale Stärke während der Vorbereitung. Sobald das Camp beginnt, hält er sich nach eigener Darstellung konsequent an die notwendigen Vorgaben.


Genau dieser Gegensatz definiert Pimbletts Gewichtsgeschichte: außerhalb des Camps maximale Freiheit, innerhalb des Camps maximale Kontrolle.


Sein offizielles UFC-Profil führte ihn zuletzt mit 154,5 Pfund – also knapp unter 70 Kilogramm. Dass derselbe Athlet außerhalb seiner Kämpfe deutlich über 85 oder sogar 90 Kilogramm wiegen kann, verdeutlicht das Ausmaß seiner Transformation.

UFC-Fighter Paddy Pimblett bei einem UFC Kampf
Quelle: theufcbaddy. https://www.instagram.com/p/DawgKJQxkeT/

FAQ zu Paddy Pimbletts Gewichtsschwankungen

Wie viel wiegt Paddy Pimblett außerhalb seiner Kämpfe?

Paddy Pimbletts Gewicht schwankt außerhalb seiner Fight Camps deutlich. In der Vergangenheit gab er an, zeitweise bis zu 205 Pfund beziehungsweise rund 93 Kilogramm gewogen zu haben. Sein Off-Season-Gewicht ist jedoch nicht konstant und unterscheidet sich von Camp zu Camp.

Wie viel wiegt Paddy Pimblett bei einem UFC-Kampf?

Paddy Pimblett kämpft in der UFC im Lightweight (Leichtgewicht). Für seine Kämpfe muss er entsprechend das vorgeschriebene Gewichtslimit erreichen. Bei offiziellen UFC-Wiegungen liegt er deshalb bei ungefähr 155 Pfund beziehungsweise 70 Kilogramm.

Warum nimmt Paddy Pimblett zwischen seinen Kämpfen so stark zu?

Pimblett spricht offen über seine große Leidenschaft für Essen. Außerhalb seiner Fight Camps erlaubt er sich bewusst mehr Freiheit bei seiner Ernährung. Beginnt die Vorbereitung auf einen Kampf, stellt er seine Ernährung um und reduziert sein Gewicht konsequent.

Wie schafft es Paddy Pimblett, so viel Gewicht zu verlieren?

Die Gewichtsabnahme erfolgt über mehrere Wochen während des Fight Camps durch eine kontrolliertere Ernährung und intensives Training. Unmittelbar vor dem offiziellen Wiegen kommt zusätzlich ein sogenannter Weight Cut hinzu, bei dem insbesondere das Körperwasser kurzfristig reduziert wird. Solche Methoden sollten ausschließlich unter professioneller Betreuung durchgeführt werden.

Sind Paddy Pimbletts starke Gewichtsschwankungen gesund?

Extreme und wiederholte Gewichtsschwankungen können den Körper stark belasten und werden deshalb auch innerhalb der MMA-Szene kritisch diskutiert. Wie sich Pimbletts Vorgehensweise individuell auf seine Gesundheit auswirkt, lässt sich von außen jedoch nicht seriös beurteilen. Entscheidend ist, zwischen langfristigem Gewichtsverlust und dem kurzfristigen Weight Cutting vor einem Kampf zu unterscheiden.

Fazit

Paddy Pimbletts Gewichtsachterbahn ist mehr als eine kuriose Begleiterscheinung seiner UFC-Karriere. Sie zeigt einen der größten Widersprüche des modernen MMA: Athleten treten in Gewichtsklassen an, die teilweise weit von ihrem normalen Körpergewicht entfernt sind.


Pimblett treibt diesen Gegensatz auf die Spitze. Er genießt seine Zeit außerhalb des Camps bewusst, isst, worauf er Lust hat, und nimmt die anschließende harte Diät in Kauf. Für ihn gehört beides zusammen – Genuss und Disziplin, Off-Season und Fight Camp.


Ob diese Strategie langfristig bis zum Ende seiner Karriere funktioniert, bleibt offen. Bislang gelingt ihm jedoch etwas, das angesichts seiner teilweise enormen Gewichtsschwankungen bemerkenswert bleibt: Wenn der Moment des offiziellen Wiegens gekommen ist, steht Paddy Pimblett bei rund 70 Kilogramm auf der Waage.

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Ausgewählte Quellen

Phantom Athletics MMA-Ausrüstung

Externe Marketingberaterin bei Phantom Athletics Julia Reiner

Zur Autorin dieses Artikels

Julia Reiner ist externe Marketingberaterin und Autorin bei Phantom Athletics. Mit ihrem BSc (WU) in Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (BWL), ihrem Diplom im Bereich Krafttraining & Ernährung sowie ihrer Erfahrung im Kampfsport verbindet sie fundiertes Fachwissen mit praktischer Erfahrung und teilt praxisnahe Tipps zu Fitness, Sport und Ernährung.

Zur Autorenseite von Julia Reiner
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Hast du Fragen zu diesem Thema?

Die extremen Gewichtsschwankungen von Paddy Pimblett gehören mittlerweile zu den auffälligsten Begleiterscheinungen seiner UFC-Karriere. Während der britische MMA-Star für seine Kämpfe im Lightweight rund 70 Kilogramm auf die Waage bringt, steigt sein Körpergewicht außerhalb der Fight Camps teilweise auf über 90 Kilogramm. Innerhalb weniger Monate durchläuft Pimblett damit regelmäßig enorme körperliche Veränderungen. Während diese Gewichtsachterbahn in der MMA-Welt immer wieder für Diskussionen sorgt, steckt dahinter ein konsequenter Wechsel zwischen strikter Disziplin während der Kampfvorbereitung und bewusster Freiheit in der Off-Season.


Was Paddy Pimbletts Umgang mit seinem Gewicht besonders macht, ist seine außergewöhnlich offene Einstellung zu Ernährung und Genuss. Der Liverpooler spricht regelmäßig darüber, wie sehr er Essen liebt und dass er sich nach seinen Kämpfen bewusst weniger Einschränkungen auferlegt. Sobald ein neues Fight Camp beginnt, verändert sich dieser Lebensstil jedoch grundlegend. Training, kontrollierte Ernährung und ein professionell geplanter Weight Cut sollen ihn wieder an das vorgeschriebene Lightweight-Limit heranführen. Genau dieser extreme Kontrast sorgt allerdings auch für Kritik, denn wiederholte starke Gewichtsveränderungen und aggressive Weight Cuts können den Körper erheblich belasten.


Letztlich vereint Paddy Pimbletts Gewichtsachterbahn zwei vollkommen unterschiedliche Seiten eines professionellen MMA-Kämpfers. Außerhalb des Fight Camps genießt er die Freiheit, die ihm während einer intensiven Kampfvorbereitung fehlt, während er innerhalb des Camps enorme Disziplin beweist, um sein Kampfgewicht zu erreichen. Bislang gelingt es ihm immer wieder, rechtzeitig das erforderliche Gewicht auf die Waage zu bringen. Dennoch bleibt sein Umgang mit Gewicht und Ernährung eines der kontroversesten Themen rund um seine Karriere – und ein eindrucksvolles Beispiel dafür, welche Extreme Gewichtsklassen und Weight Cutting im professionellen MMA mit sich bringen können.

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